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Unterstützt von Stadt Dietikon
Mabe Bethônico und Jonathan Ospina

kuratiert von Dietikon Projektraum

Die Ausstellung Lessons and Parables besetzt strittige Orte der Erinnerung, indem sie dominante Geschichtserzählungen und Traditionen des Gedenkens beleuchtet.

MABE BETHÔNICO

Mabe Bethônicos Lessons of Another World geht von pädagogischen Dias aus, die ursprünglich in den Jahren der Militärdiktatur (1964-1988) als Hilfsmittel für den Geschichtsunterricht an brasilianischen öffentlichen Schulen eingesetzt wurden. Ihre Erzählungen umgehen die übliche koloniale Gewalt und ihre anhaltende Verbindung zu dem diktatorischen Regime. Die Banalisierung historischer Gewalt war eine Möglichkeit, militärische Aktionen zu verharmlosen und die Unterdrückungsmacht aufrechtzuerhalten.
Die Serie beginnt mit drei Farbabzeichnungen von Schul-Diapositiven, welche jeweils eine Illustration mit einer Beschriftung zeigen. Die Beschriftungen sind ins Englische übersetzt, und es werden neue Beschriftungen vorgeschlagen, die die Originale kritisch betrachten und ihren Inhalt überarbeiten. Es handelt sich um eine Art Gegen-Pädagogik, die vorgegebene Inhalte auseinandernimmt.

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Ein zweiter Teil des Projekts nimmt das Diapositiv, welches die ursprüngliche Serie eröffnet, als Ausgangspunkt. Die hier auf eine Flagge gedruckte Zeichnung dieses Dias zeigt militärische Artefakte und die brasilianische Flagge, zur Darstellung der Geschichte Brasiliens (1500-1550). Warum wird eine Flagge gezeigt, wenn diese erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde? Warum das Vorhandensein des Wappens als Grundstein Brasiliens? Das Bild weist auch auf die Unmöglichkeit von Macht ohne Gewalt hin; aber hat das Militärregime die Aneignung der Militärtrommeln in das kulturelle Leben der Afro-Nachfahren in Betracht gezogen? Ausgehend von dieser letzten Frage reflektieren eine Tonspur und eine Reihe von Kreidezeichnungen Congado- ein religiöses Fest, bei dem sich militärische und katholische Bezüge in ein Ritual der Anerkennung widerständiger Gemeinschaften und in eine Hommage an ihre Vergangenheit verwandeln.

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Im Kanton Zürich verwendete Schulbücher

In Erweiterung zu Mabe Bethônico’s Arbeit haben wir Schulbücher aus dem Kanton Zürich (1970-2010) ausgewählt, die die Geschichte der Kolonisierung und Dekolonisierung aus schweizerischer Sicht darstellen. Wir interessieren uns dafür, wie diese offiziellen Erzählungen wirken und welche Folgen sie in zeitgenössischer Wahrnehmung und Politik haben. Die Besuchenden sind eingeladen, ihre Notizen und Anmerkungen auf die Seiten neben den Büchern zu schreiben.

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JONATHAN OSPINA

Jonathan Ospinas Praxis ist geprägt von einer Sensibilität für die politischen Zusammenhänge des Klangs. Mithilfe von Tonaufnahmen und Dokumentationen stimmt er sich auf die in der Musik verkörperten Erzählungen des Widerstands ein. HASTA DONDE VE USTED EL RÍO (UNTIL WHERE DO YOU SEE THE RIVER) zeichnet eine musikalische Kartographie der Stadt Medellín nach. Indem sie sich auf Hintergrundmusik konzentriert, die bei Gesprächen auf der Straße gespielt wird, oder auf die Momente, in denen diese Lieder das Geschehen stören, spielt die Arbeit mit alltäglichen Hörgewohnheiten.

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Evidencia en ‘La Escombrera’ de Jesus Abad Colorado geht von einer Fotografie des Fotojournalisten Jesus Abad Colorado von 2002 in Medellín aus. Dieses Bild wurde zu einer Ikone, weil es die politischen Verstrickungen in der Region aufzeigte, insbesondere die Unterwerfung des staatlichen Militärs unter privat organisierte Kräfte. Indem er mit diesem Material arbeitet, verdeutlicht Jonathan Ospina die zeitgenössische Rolle dieses Bildes als Zeuge des bewaffneten Konflikts in Kolumbien.

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Parable(s) of Memory #1 ist ein Video-Essay über die musikalischen Ausdrucksformen des Chocó - eine Region an der Pazifikküste Kolumbiens - und ihre Rolle bei der Produktion von Erinnerung und Widerstandsfähigkeit. Die Region Chocó wurde vom zentralistischen und kolonialen Staat Kolumbien systematisch verstossen und vergessen. In einem brutalen Umfeld, in dem Menschen von bewaffneten Gruppen vertrieben und ihres Landes beraubt werden und reiche Ökosysteme durch Abbau und Ausbeutung lokaler Kolonisten und multinationaler Unternehmen mit dem Segen der nationalen Regierung zerstört werden, weist Jonathan Ospina auf das emanzipatorische Potenzial von Klangarchäologien im Kontext eines bewaffneten Konflikts hin.

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